Ladengeschäfte

Teil von Wie lässt sich das Kundenerlebnis im Ladengeschäft verbessern?

Orientierung im Laden mit lesbaren Schildern und klaren Warenbereichen

Orientierung im Ladengeschäft verbessern: vier Prüfstationen für Warenbereiche, Marken, Wege und Preisschilder, inklusive Suchauftrag und Grenzen der Kriterien.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Prüfen Sie Orientierung in vier Stationen: Warengruppe, Marke, Weg zum Produkt und Preisschild.
  • Das HDE-Prüferhandbuch nennt klare Warenbereichs- und Markenkennzeichnung als Kriterium, nicht als Gesetz.
  • Ein selbst formulierter Suchauftrag zeigt Stolperstellen besser als der eigene Routinekontrollgang.

Warum der eigene Kontrollgang oft zu kurz greift

Wer täglich durch denselben Laden läuft, kennt jede Ecke. Genau das erschwert die Beurteilung. Das Prüferhandbuch zum Qualitätszeichen Generationenfreundliches Einkaufen fragt deshalb nicht nach dem eigenen Wissen, sondern nach Auffindbarkeit: Waren- und Produktbereiche sollen schnell auffindbar oder klar gekennzeichnet sein. Bei Shop-in-Shop-Flächen, etwa in Warenhäusern und Bekleidungsgeschäften, sollen einzelne Marken gut zu erkennen sein. Diese Kriterien stammen aus der zweiten Ausgabe 2013 eines privaten Prüfprogramms des Handels. Sie sind eine praktische Orientierung, keine allgemeine Bauvorschrift und keine gesetzliche Mindestanforderung.

Prüfstation 1: Warenbereiche aus Kundensicht benennen

Formulieren Sie für jeden Bereich im Laden die Bezeichnung, die ein Kunde suchen würde, nicht die interne Abteilungsbezeichnung. Prüfen Sie dann, ob diese Bezeichnung am Eingang, an der Wegegabelung und am Regal selbst erkennbar ist. Auffindbarkeit lässt sich schrittweise prüfen: Bereichsnamen sammeln, aus drei typischen Blickrichtungen ansehen und notieren, welche Bezeichnung fehlt. Notieren Sie auch, ob zwei Bereiche ähnlich klingen. Solche Doppelungen kosten Orientierung, ohne dass eine einzige Schriftgröße falsch wäre.

Prüfstation 2: Marken in Shop-in-Shop-Flächen sichtbar machen

Betreiben Sie Markenflächen, stellt sich die Frage, ob der Kunde die Marke erkennt, bevor er davorsteht. Das Prüferhandbuch verlangt bei Shop-in-Shop-Systemen, dass einzelne Marken gut zu erkennen sind. Der Folder 2024 zum Zertifizierungsprogramm beschreibt Prüfungen unter anderem zu Leistungsangeboten, Zugangsmöglichkeiten, Ausstattung der Geschäftsräume und Serviceverhalten.

Die Auszeichnung wird bei ausreichender Punktzahl für drei Jahre verliehen, danach ist eine erneute Prüfung nötig. Wer heute orientiert das Zertifizierungsverfahren des HDE näher kennenlernen will, findet dort die Kriterienbasis. Für die tägliche Praxis bleibt die Kernfrage: Erkennt ein Erstbesucher am Gang, zu welcher Marke er geht?

Prüfstation 3: Den Weg zum Produkt protokollieren

Legen Sie einen Suchauftrag fest, etwa Getränke im Supermarkt oder eine Schuheinlage im Fachgeschäft. Bitten Sie eine Person, die den Laden nicht kennt, diesen Auftrag auszuführen. Beobachten Sie, ohne einzugreifen. Notieren Sie Entscheidungspunkte, Umwege und Stellen, an denen die Person stehenbleibt. Sinnvoll sind Felder für Suchauftrag, Startpunkt, beobachteter Weg und erste Stolperstelle. Aus diesem Protokoll entsteht eine To-do-Liste, kein Ranking und keine Zeitmessung.

Prüfstation 4: Preisschilder aus Kundenhöhe bewerten

Für Preise am Regal verbindet das Prüferhandbuch Lesbarkeit mit Kontrast und Betrachtungsumfeld. Es nennt ein historisches Beispiel aus dem Jahr 2013: Grundpreis mindestens 11 Punkt beziehungsweise 0,3 Zentimeter, Endpreis mindestens 24 Punkt beziehungsweise 0,8 Zentimeter. Hinzu kommen kontraststarke Farben, Erkennbarkeit mit Gleitsichtbrille und nach oben geneigte Schilder an niedrigen Regalböden.

Ausdrücklich heißt es, die Preisauszeichnung hänge von Lichtverhältnissen, Regalgestaltung und Abständen ab. Diese Werte sind datierte Kriterien eines Qualitätszeichens, keine geltende Rechtsnorm. Prüfen Sie konkret aus Kundenperspektive, wie Preisschilder im Verkaufsraum lesbar bleiben, und passen Sie Schrift und Neigung an die tatsächlichen Lichtverhältnisse an.

Vier Prüfstationen im Überblick

Station Beobachtung Praktische Maßnahme
Warengruppe Bereichsname aus Kundensicht auffindbar? Beschriftung dort ergänzen, wo der Kunde entscheidet
Markenfläche Marke vor dem Betreten erkennbar? Markenname über der Fläche und am Regal zeigen
Weg zum Produkt Wo stockt ein Erstbesucher? Stolperstelle notieren und Beschilderung versetzen
Preisschild Kontrast und Neigung aus Kundenhöhe Schrift vergrößern, Schilder anheben

Häufige Fragen

Ist das HDE-Prüferhandbuch eine gesetzliche Vorgabe? Nein. Es ist ein Kriterienkatalog eines privaten Qualitätszeichens. Seine Werte aus 2013 sind datierte Beispiele.

Wie oft sollte ich die Orientierung prüfen? Ein fester Anlass hilft, etwa vor einem Umbau oder nach einer Sortimentsänderung. Ein universelles Intervall belegt die Quelle nicht.

Worauf kommt es bei Preisschildern zuerst an? Auf Kontrast und tatsächliche Lesbarkeit aus Kundenhöhe. Schriftgrößen allein lösen das Problem nicht, weil Licht und Regalabstand mitwirken.

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