Ladengeschäfte
Teil von Welche Warenwirtschaftsfunktionen brauchen kleine Händler?
Warenwirtschaft und Kasse bei JTL und weclapp verbinden
So verbinden Sie JTL-POS mit JTL-Wawi und weclapp POS mit dem weclapp ERP: dokumentierte Voraussetzungen, Ports und Grenzen der Kassenanbindung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- JTL-POS läuft im ERP-Connected-Modus nur mit einem erreichbaren JTL-POS-Server und einer festen IP-Adresse.
- Weclapp POS ist eine Cloud-Kasse ohne Installation; die Daten kommen aus dem ERP.
- Fällt die JTL-Verbindung aus, verkauft die Kasse weiter und gleicht später ab, aber ohne Live-Bestand.
JTL-POS mit JTL-Wawi verbinden
Die JTL-Dokumentation beschreibt die Kopplung von JTL-POS und JTL-Wawi als feste Reihenfolge. Zuerst aktivieren Sie in JTL-Wawi unter Admin, Globale Einstellungen in der Registerkarte Vorgänge die Option, dass Vorgänge aus externen Kassensystemen angezeigt werden, und starten JTL-Wawi neu.
Danach legen Sie im JTL-Administrator über Anlegen die Instanz Pos-Server an, vergeben Instanzname, Profil und Mandant. Als Schnittstelle wählen Sie die IP-Adresse des Rechners oder die öffentliche Serveradresse, ausdrücklich nicht 127.0.0.1 oder 0.0.0.0. In den meisten Fällen lässt sich Port 443 verwenden; nutzen Sie einen Server von ecomDATA, ist Port 50443 vorgesehen, der dort standardmäßig freigegeben ist. Das erzeugte Zertifikat ist unbegrenzt gültig. Optional legen Sie die Instanz als Windows-Dienst an, damit der Server automatisch startet.
Anschließend öffnen Sie in JTL-Wawi unter Plattformen den Punkt Verkaufskanäle und wählen als Verkaufskanal die Option für JTL-POS in der Filiale. Nach Kasse anbinden zeigt JTL-Wawi die Verbindungsdaten an. Diese tragen Sie in JTL-POS unter Einstellungen, JTL-Wawi im Dialog Datenabgleich ein: IP-Adresse des JTL-Wawi-Servers, Port und Autorisierungscode. Bestätigt JTL-Wawi die Meldung zur erfolgreichen Anbindung, speichern Sie in beiden Programmen. Erst danach folgt die Freigabe von Kategorien und Artikeln für den Abgleich.
Wichtig für die Planung: In dieser Betriebsvariante liegt die Datenhoheit bei JTL-Wawi. Artikel und Kategorien lassen sich ausschließlich dort bearbeiten, und bereits in JTL-POS angelegte Testartikel sind nach dem Verbinden nicht mehr änderbar oder löschbar. Die dokumentierten Netzwerkvoraussetzungen nennen zudem ein Android-Gerät ab Version 8, das im selben Netzwerk wie der Wawi-Server angemeldet sein muss oder einen öffentlich erreichbaren Server.
Checkliste vor der Anbindung
- JTL-Wawi auf aktuellem Stand installieren und die Anzeige externer Kassiervorgänge aktivieren.
- Dem Wawi-Server eine statische, feste IP-Adresse zuweisen, nicht localhost.
- Firewall-Regeln für den gewählten Port anlegen, bei Windows Defender genügt oft die automatische Regel.
- JTL-POS-Server im JTL-Administrator starten und die Funktion Als Dienst anlegen prüfen.
- Nach dem Verbinden Artikel und Kategorien für den Abgleich freigeben.
Was beim Verbindungsabbruch passiert
Bricht die Verbindung zwischen Kasse und Warenwirtschaft ab, nennt JTL zwei Folgen: Es kann zu Überverkäufen kommen, und Live-Abfragen wie Kunden- oder Auftragssuche, gezielte Artikelinformationen und Rechnungsdruck stehen nicht zur Verfügung.
Klassische Verkaufsprozesse laufen trotzdem weiter. JTL-POS merkt sich die anfallenden Verkäufe und Buchungsprozesse und gleicht sie nach Wiederherstellung der Verbindung mit JTL-Wawi ab. Eine direkte Waagenschnittstelle bietet JTL-POS nicht. Wiederkehrende Abbrüche deuten laut Dokumentation häufig auf eine wechselnde IP-Adresse des POS-Servers hin, weshalb die feste Adresse zentral ist.
Weclapp POS im Cloud-Verbund
Weclapp beschreibt seine Kasse als vollintegrierte Kassensoftware, die ohne Installation sofort einsatzbereit ist und auf webfähigen Endgeräten wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone läuft. Die Nutzung in der Cloud vereinfacht die Datenpflege: Dank automatischer Synchronisation sind Informationen zu Artikeln, Lagern und Beständen stets aktuell. Genannte Kassenfunktionen sind Barcode-Scannen, Artikel-Datenbank, Rabattfunktion, Beleg-Splitting, Bondruck sowie Storno und Rückgabe.
Für die Preisplanung zeigt die weclapp-Produktseite zum Handel einen Einstieg ab 19 Euro pro Monat und Nutzer für weclappPOS. Die weclapp-Preisseite nennt am 13. September 2026 dagegen 55 Euro monatlich für das Add-on weclapp POS. Die FAQ auf derselben Seite bestätigt einen Bezug ab 55 Euro im Monat pro Nutzer. Das Add-on wird dort zusammen mit den Paketen ERP Dienstleistung oder ERP Handel angeboten. Klären Sie den konkreten Leistungsumfang und den gültigen Preis vor Vertragsabschluss direkt beim Anbieter.
Kasse und ERP greifen auf denselben Cloud-Datenbestand zu. Die Produktseite nennt automatische Synchronisation von Artikeln, Lagern und Beständen. Diese Darstellung stützt sich auf die weclapp-Produktseite zum Handel.
Abgrenzung zu Billbee
Billbee eignet sich laut der Billbee-Preisübersicht für die Online-Auftragsabwicklung. Die genannte Preisseite beschreibt Online-Bestell-, Kanal- und Versandabläufe. Eine native Kassenanbindung dokumentiert sie selbst nicht. Wer zusätzlich stationär kassieren will, braucht eine POS-Lösung mit eigener Schnittstelle oder einen Drittanbieter. Prüfen Sie vor einer Auswahl konkret, ob eine belastbare Integration für Ihr Kassensystem existiert.
Häufige Fragen
Muss der JTL-Wawi-Server eine feste IP haben? Ja, in der ERP-Connected-Betriebsvariante muss dem Server eine statische IP-Adresse zugeordnet sein; localhost ist ausgeschlossen. Feste Adressen vergibt typischerweise der Router.
Läuft JTL-POS weiter, wenn die Warenwirtschaft ausfällt? Klassische Verkaufsprozesse sind dann möglich, weil JTL-POS Verkäufe zwischenspeichert und später abgleicht. Ohne Live-Verbindung fehlen Bestandsabfragen, und Überverkäufe sind möglich.
Braucht weclapp POS einen lokalen Server? In der beschriebenen Cloud-Variante nicht. Die Kasse läuft laut Produktseite ohne Installation im Browser. Artikel, Lager und Bestände synchronisieren sich automatisch über die Cloud. Für diese Variante sind keine lokalen Serverkomponenten dokumentiert.