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Teil von Wie lassen sich Retouren im Versandhandel wirtschaftlich organisieren?

Wie lassen sich retournierte Artikel in JTL-Wawi wieder einlagern?

Retouren in JTL-Wawi richtig einlagern: Artikelzustände anlegen, Bestand trennen und Retourenstatus je Position nutzen. Schritt für Schritt erklärt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Jede Retoure und jede Position trägt einen eigenen Status; die Retoure insgesamt steht auf dem Stand der am wenigsten fortgeschrittenen Position.
  • Retournierte Ware wird nur dann wieder eingebucht, wenn der verwendete Artikelzustand mit eigenem Bestand geführt wird.
  • Zustand und Rückgabegrund werden je Position erfasst, nicht nur einmal für die gesamte Rücksendung.

Artikelzustände passend zur Retoure anlegen

Der Ausgangspunkt ist der Artikelstamm. JTL-Wawi liefert den Zustand Standard mit, der in der Regel neue und originalverpackte Ware abbildet; wer mit Second-Hand-Ware handelt, setzt den Namen eher auf Gebraucht. Der Name lässt sich ändern, löschen lässt sich dieser Zustand nicht, weitere Zustände kommen über Anlegen hinzu. Die Anleitung für Artikelzustände beschreibt genau diese Reihenfolge.

Der zweite Schritt entscheidet über die Einlagerung. Für jeden Zustand legen Sie fest, ob er mit eigenem Bestand geführt wird oder nicht. Aktiviert, entsteht ein eigenständiger Artikel mit eigener Beschreibung und eigenen Bildern, der separat im Shop angeboten werden kann. Ohne diese Option wird retournierte Ware nicht wieder eingebucht, was etwa für defekte Artikel sinnvoll ist.

Ein Suffix an der Artikelnummer macht den Zustand schon dort sichtbar. Das Schema lautet [Artikelnummer des Originalartikels]-[Suffix]. Die Softwareeinstellung bestimmt aber nur das Bestandsverhalten. Ob ein Artikel noch als neu verkauft oder beworben werden darf, ist damit nicht geklärt.

Prüfung und Buchung Schritt für Schritt

Prüfen Sie zuerst am physischen Stück, dann buchen Sie im System. Wer die Reihenfolge umdreht, bucht Zustände, die noch niemand gesehen hat.

  1. Wareneingang erfassen: Die Retoure über den Dialog anlegen, der das passende Warenlager annimmt, wenn Packtisch+ oder JTL-WMS beteiligt sind.
  2. Menge je Position richtigstellen: Ohne Menge größer als null entsteht keine buchbare Retoure.
  3. Rückgabegrund eintragen und intern kommentieren, wenn der Stand nicht in die Standardgründe passt.
  4. Zustand bewerten und den passenden Artikelzustand setzen.
  5. Unterstatus für den nächsten Arbeitsschritt setzen.

Die Felder für Rückgabegrund und Artikelzustand liegen je Position. In JTL-Wawi erfassen Sie für jede Position einen Rückgabegrund und einen Artikelzustand, sodass gemischte Rücksendungen korrekt abgebildet bleiben.

Status, Rollen und Abgrenzung des eigenen Bestands

JTL-Wawi führt standardmäßig Angemeldet, Eingetroffen und Abgeschlossen. Diese drei Status lassen sich umbenennen, nicht löschen. Darüber hinaus sind eigene Unterstatus möglich, beispielsweise Zur Prüfung, Aufbereitung oder Direktverkauf. Der Gesamtstatus folgt dabei dem Status der am wenigsten weit fortgeschrittenen Position, nicht der Mehrheit der Ware.

Daraus ergibt sich die praktische Empfehlung: Neue Ware, geprüfte B-Ware und defekte Rückläufer bekommen getrennte Zustände und getrennte Bestände. So konkurrieren Originalartikel und herabgesetzte Rückläufer nicht um denselben Bestand.

Zugleich sollten Berechtigungen die Prüfung absichern. Der Guide nennt das Beispiel, dass Lagerpersonal bestimmte Status setzen, aber nicht wieder verlassen darf. Eine Zuordnung nach diesem Muster könnte so aussehen:

Artikelzustand Eigenbestand Typische Aktion
Standard, neu und originalverpackt nein, Originalbestand bleibt direkt wieder in den Verkauf
B-Ware, geprüft ja, separater Bestand mit Suffix und eigener Beschreibung anbieten
Defekt oder Ausschuss nein nicht wieder einbuchen, Entsorgung oder Nacharbeit

Die Tabelle ist ein Arbeitsvorschlag, keine Vorgabe der Software. Legen Sie die Namen so an, dass Ihr Team sie ohne Nachfrage richtig vergibt.

Häufige Fragen

Warum verschwindet retournierte Ware trotz Buchung aus dem verkaufbaren Bestand? Weil der verwendete Artikelzustand nicht mit eigenem Bestand geführt wird. Dann unterbleibt die Wiedereinbuchung. Prüfen Sie diese Einstellung am Artikelzustand, nicht an der Retoure selbst.

Kann eine Retoure mehrere Zustände enthalten? Ja. Jede Position trägt ihren eigenen Zustand. Die Retoure als Ganzes zeigt trotzdem nur den am wenigsten fortgeschrittenen Stand aller Positionen.

Wie steuere ich die Prüfung mit Status statt mit Zurufen? Legen Sie Unterstatus unter Eingetroffen an, etwa Zur Prüfung, und vergeben Sie Berechtigungen je Benutzergruppe. An den Unterstatus lassen sich zusätzlich Workflows knüpfen.

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